Bei der total verregneten Radsport-Weltmeisterschaft im britischen Yorkshire schwammen vielen Akteuren nicht nur die Felle davon – es gingen auch viele berechtigte Träume und Chancen auf den nassen, teils überfluteten Straßen und Sträßchen im Norden Groß Britanniens unter.

Auch die gerade erst 17 Jahre alt gewordene Lucy Mayrhofer war betroffen. Ihr widerfuhr gleich doppeltes Pech.

Beim Einzelzeitfahren (13,7 Kilometer) am vergangenen Montag zum Auftakt der 86.UCI-Straßenweltmeisterschaft (22.-29.September 2019) ließ sich sich unter Wert schlagen, es fehlte die Stimme im Ohr, die sie ihr hätte mitteilen können, wie stark sie doch unterwegs war und sie hätte weiter nach vorn puschen können. So blieben die inneren – unbegründeten – Zweifel. „Es wäre viel mehr gegangen“, weiß die junge Athletin aus dem Raum Zollern-Alb im Nachhinein. „Das Problem war, dass bei mir schon am Start der Funk nicht tat. Mir hat dann während des Rennens die Sicherheit gefehlt, dass ich so gut unterwegs war. Ich dachte, es laufe nicht so richtig und habe mich auch schlecht gefühlt. Dabei hatte ich bei der Zwischenzeit die fünftbeste Zeit. Ich wusste nicht, dass ich so gut unterwegs bin. Mir hat einfach die Bestätigung gefehlt und konnte mich dann nicht so richtig quälen“, erinnert sich Mayrhofer: „Ist aber trotzdem ok. Ich habe viel dazu gelernt!“

Beim Straßenrennen am 27.September über 86 Kilometer durch die einstige Grafschaft des vereinigten Königreichs regnete es übrigens noch immer, und Lucy Maryhofer lag bis zur Zielkurve auf TopTen-Kurs. Im BDR-Team standen Paula Leonhardt  (SC Berlin),Lucy Mayrhofer (RV Radlerlust Gomaringen), Friederike Stern (RV Elxleben)  und
Anna Helene Zdun (RSV Osterweddingen). Alles war möglich. Auch dank der guten Teamarbeit der BDR-Mädels. „Da ist es gut gelaufen. Wir haben uns ganz gut verkauft und jede hat auch den Job gemacht, den sie zu tun hatte. Ich war dann für das Finale vorgesehen und mich auch noch richtig gut gefühlt“, sagt die „schnelle Lucy“ und resümiert weiter: „Auch meine Beine waren noch richtig gut. Dann kam die Zielkurve. Ich hatte mich noch etwas versteckt, weil die Zielgerade ja dann noch richtig zieht, es leicht ansteigend ist, und dann auch noch gegen den Wind zu sprinten war.“ Dann das alles entscheidende Malheur. „Sie sind vor mir gestürzt und ich bin halt voll rein. Ein paar sind noch auf mich drauf, so dass der Lenker brach. Da blieb mir nichts anderes übrig, als ins Ziel zu rennen. Jetzt bin ich nur 51ste“, ärgert sich die Nationalfahrerin noch extrem. „Es war halt ein so richtig gutes Rennen für mich, genau meine Strecke. Vom Gefühl her hätte ich schon unter die ersten zehn fahren können. Das ärgert mich gewaltig, dass ich da schon wieder so viel Pech hatte!“ Abhaken heißt es jetzt für junge Dußlingerin und in die kurze „Winter“-Pause zu gehen. Vier Wochen und dann beginnt schon wieder die Arbeit fr die kommende Saison 2020, von der sich Lucy Maryhofer wünscht, dass es besser läuft!

Auch der 17jährige Georg Steinhauser (BDR/WRSV Holczer Radsport Team/ RU Wangen) aus Lindenberg stand im Aufgebot des Bund Deutscher Radfahrer und ging bei der Regenschlacht von Yorkshire im Straßenrennen der Junioren an den Start. Der frischgebackene Deutsche Vize-Bergmeister der U19-Klasse (Vizetitel am Samstag vor der WM im Hochsauerland geholt) befand sich 33Kilometer vor dem Ziel in der rund 30-köpfigen Verfolgergruppe hinter dem Soloflüchtigen und späteren Junioren-Weltmeister Quinn Simmons (USA). Mit dabei die Deutschen Hannes Wilksch (RSC Luckau) und Marco Brenner (RSG Ansbach – aus dem Schülernachwuchs der Augsburger E-Racers Top Level), der bereits zuvor die Bronzemedaille im Einzelzeitfahren gewonnen hatte, . Während Brenner als bester Deutscher als 14. über die Ziellinie fuhr, wurde Steinhauser nach 148,1 Kilometer toller 18ter.

 

Text: uhu

Bilder: über Mayrhofer

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