Gründung der Radsport Baden-Württemberg gGmbH vollzogen

Die baden-württembergischen Radsportverbände haben die Förderung des Leistungssports jetzt auf eine neue gemeinsame Grundlage gestellt. Am 14. Februar 2019 vollzogen die beiden Landesverbände aus Baden und Württemberg zusammen mit dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) in Ludwigsburg die Gründung der Radsport Baden-Württemberg gGmbH (RBW), in der künftig die Förderung aller Radsportdisziplinen auf Landesebene konzentriert werden soll.

Damit wird die bisher in einer Arbeitsgemeinschaft der beiden Verbände organisierte Zusammenarbeit in die Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH überführt. Erklärtes Ziel der Bündelung aller finanziellen und personellen Ressourcen in der neuen Organisationsstruktur ist eine verbandsübergreifende Zusammenarbeit und Professionalisierung der Leistungssportförderung in beiden Landesteilen. Neben der Bildung gemeinsamer Kader und der Organisation gemeinsamer Trainings- und Wettkampfmaßnahmen werden künftig auch alle sportfachlichen Entscheidungen in den Gremien der RBW gGmbH vorbereitet und durch die Geschäftsführung umgesetzt.

Die Vorbereitungen für die Gründung erfolgten in einer Strukturkommission aus Vertretern des Badischen Radsport-Verbandes (BRV), des Württembergischen Radsportverbandes (WRSV) und der beiden Olympiastützpunkte (OSP) in Freiburg und Stuttgart. In mehreren Sitzungen und einer zweitägigen Klausurtagung am Leistungszentrum Herzogenhorn wurden die Satzung und der Gründungsvertrag der neuen gGmbH entworfen, sowie mit der Geschäftsführung, der Gesellschafterversammlung und einem Beirat auch die Organe der Gesellschaft festgelegt.

In einer Geschäftsordnung wurden zudem die Aufgaben und Rechte des Beirats geregelt, der in sportfachlichen Fragen durch die RBW Sportführung als ständigem Ausschuss beraten wird. Die Aufgaben dieses überwiegend ehrenamtlich besetzten Gremiums sind dabei in einer Sportordnung geregelt.

Nach intensiven Vorarbeiten stimmten dann sowohl die Delegierten der BRV-Vereine am 20. Oktober 2018 auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Sinzheim-Kartung dem Vorhaben mit großer Mehrheit zu, als wenig später auch der Verbandsausschuss des WRSV auf seiner Sitzung in Stuttgart, nachdem der Verbandstag im März bereits eine Grundsatzentscheidung getroffen hatte.

Mit der Beteiligung des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) als weiterem Gesellschafter wird auch der Spitzenverband mit einem Gesellschafteranteil von 2% in die neue Struktur eingebunden, während BRV und WRSV mit einem Anteil von jeweils 49% gleichberechtigte Gesellschafter der gGmbH sind. Die Gesellschaft fungiert damit künftig als Zuwendungsempfänger öffentlicher Mittel zur Förderung des Leistungssports, während die Eigenmittel für den laufenden Betrieb zwischen den Verbänden im Verhältnis der Mitgliederzahlen und Lizenzen aufgebracht werden.

Als Glücksfall für den Start der neuen Gesellschaft erwies sich nicht zuletzt auch die Leistungssportreform mit der Neustrukturierung der Bundesstützpunkte. Mit den drei neu ausgewiesenen Bundesstützpunkten für die Disziplingruppen Straße/Mountainbike in Freiburg, Straße/Bahn sowie BMX in Stuttgart, sowie dem höchsten Kaderanteil im BDR steht Baden-Württemberg im Radsport an der Spitze der Bundesländer. „Der BDR profitiert in sämtlichen olympischen und nichtolympischen Radsport-Disziplinen von der erfolgreichen Nachwuchsarbeit in Baden-Württemberg. Wir freuen uns daher sehr über die Einbeziehung des BDR in die gemeinsame Leistungssportorganisation der beiden Landesverbände,“ betonte Sportdirektor Patrick Moster die hohe sportliche Bedeutung Baden-Württembergs für den BDR beim Notartermin in Ludwigsburg. „Wir haben uns daher beim Bund auch erfolgreich für die Finanzierung eines hauptamtlichen Bundestützpunktleiters eingesetzt, der als Leistungssport-Koordinator auf Landesebene zugleich auch die Geschäftsführung der gGmbH übernehmen wird“.

Bis zur Bewilligung der bereits avisierten Bundes- und Landesmittel, sowie Ausschreibung und Besetzung der Stelle durch hauptamtliches Personal ist jedoch auch weiterhin das Ehrenamt gefordert. Mit Ingrid Auer haben die beiden Landesverbände dafür eine „Fachfrau“ gewonnen. Die 58jährige Vizepräsidentin für Finanzen des BRV genießt das Vertrauen beider Präsidien und ist als selbständige Steuerberaterin auch beruflich für die neue Position im baden-württembergischen Radsport bestens gerüstet. „Ich bin bereit, diese Aufgabe mit administrativer Unterstützung der WRSV-Geschäftsstelle in Stuttgart für einen Übergangszeitraum ehrenamtlich wahrzunehmen, freue mich aber auch, wenn ich sie baldmöglichst in hauptamtliche Hände übergeben kann“, so die Erklärung der engagierten Radsportlerin aus dem nordbadischen Waghäusel.

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