Monika Sattler ist anders – ganz anders als die meisten Radsportler und Radsportlerinnen und auch in ihrem Lebenswandel scheint sie einzigartig. RAD-Monika hat Großes vor: „The Vuelta-Ride“. Die 32-Jährige steckt mitten in den Vorbereitungen: Vom 25.August bis zum 16.September 2018 möchte sie die 21 Etappen der „Vuelta a España“ in Angriff nehmen und dies jeweils nur wenige Stunden vor den besten Radsportprofis der Welt. (Sattler war Fahrerin im Frauen-Team "Team Stuttgart")

Einen Rekord schaffen. Die erste Frau sein, die Vuelta-Geschichte schreibt und dabei anderen Frauen Mut machen.

Vielleicht solo in Malaga starten und in Madrid, wo dieses Jahr die Vuelta enden wird, mit einem riesiegen Fahrer/innenfeld vor den Pro Tour-Profis ankommen und das gigantische Projekt beenden.

Radsportfans wissen - die „Vuelta“ zählt mit der „Tour de France“ und dem „Giro d'Italia“ zu den „Grand Tours“, den drei wichtigsten Etappenrennen der Welt.

Es warten insgesamt 3300 Kilometer mit einer durchschnittlichen Steigungen von 18 Prozent auf die Profis und auch auf Sattler: „Ich bin ja kein Bergfloh. Die steilen Berge im Norden und die Hitze mit Temperaturen von 40 Grad Celsius im Süden werden schon eine wahnsinnige Herausforderung sein,“ weiß die gebürtige Darmstädterin. Logistik und Transfers wie die der Profis, lässt sie sich von einer Schweizer Agentur abnehmen.

 

Finanzieren per Crowdfunding – noch ist viel Luft nach oben

Das kostet Geld, viel Geld. 10.000 Euro für diese Hilfe und noch einmal soviel für das Einsetzen eines Filmteams, das aus ihrer Vuelta-Geschichte einen Motivations-Dokumentarfilm produzieren soll. Die „Kohle“ versucht die taffe Sportlerin dereit per Crowdfunding zusammenzubekommen.

Selbst die fünf Wochen krankheitsbedingte Auszeit im Frühjahr können Sattler, die rund 21.000 Kilometer im Jahr im Sattel verbringt, nicht bremsen. „Die einzige Sache, die mich abhalten kann, und meine einzige Sorge ist, dass ich das Geld nicht zusammenbekomme. Physisch sehe ich keine Probleme“, zeigt sich die ungewöhnliche Sportlerin von ihrer taffen Seite.

 

Ziel: Frauen inspirieren und Mut machen

Die sportliche Herausforderung ist das eine, ihr großes Ziel das andere: Sie möchte andere Frauen dazu inspirieren, sich keine Grenzen zu setzen und schier Unmögliches zu schaffen. Sich eigenen Herausforderungen zu stellen - ob auf dem Rad oder im Leben überhaupt.

Denn genau dies ist der verrückte Weg von „RAD-Monika“, wie sie sich nennt und auch ein bisschen die Suche nach dem vollkommenen Glück. Das sich Verwirklichen im Traumberuf, den sie sich selbst aber erst backen musste, trotz unglaublich interessanter Anstellungen.

 

Auf der stetigen Suche nach dem eigentlichen beruflichen Traum – „Profi“Fahrerin bei „Team Stuttgart“ ein Baustein

Die ehemals ambitionierte Volleyballspielerin kam nach dem Abitur per Volleyball-Stipendium an die amerikanische Georgetown University, widmete sich dort dem Studium der internationalen Sicherheit und ließ später ein Sportstudium folgen. Insgesamt lebte sie neun Jahre in den Staaten. Dort entdeckte sie auch das Rennrad für sich. Fuhr in Nordamerika kleinere Frauenrennen und heuerte 2013 für wenige Wochen bei der dienstältesten Bundesligamannschaft „Team Stuttgart“ an, um auszuloten, ob ihr nicht vielleicht das Leben als Radsport-Profi taugen würde.

„Ich hatte mir gesagt: Vielleicht will ich ja Profi werden? Habe mich bei „Team Stuttgart“ beworben, denn nach 1 ½ Jahren Lizenzrennsport hatte ich mich bei den USA-Rennen etabliert, hörte aber dort: richtig Radrennen werden in Europa gefahren.“ Sie kombinierte den Heimatbesuch bei der Mutter in Sachen-Anhalt mit einem Radsportengagement bei Olaf Janson und dem Stuttgarter Team. „Wir sind in dem einen Monat, in dem ich dabei war, ganz schön durch die Gegend geschippert. Habe die Deutsche Bergmeisterschaft, zwei UCI-Rennen und eines in der Schweiz mitgenommen. Das war auch eine super Erfahrung, aber danach wollte ich mein Fahrrad verkaufen“, gibt Monika Sattler beim lockeren Interview auf Mallorca zu: „Profiradsport ist nicht mein Ding. Ich bin nicht aggressiv genug. Ich liebe die Herausforderung und gebe gerne alles. Aber Ellenbogen im Gesicht kann ich nicht leiden. Deshalb bin ich als Lizenzfahrerin immer nur Zweite geworden. Ich habe nur gewonnen, wenn ich als Ausreißerin unterwegs war. Deswegen liebe ich diese Ultra-Rennen, die ich jetzt fahre. Dort geht es wirklich um meine eigene Herausforderung und nicht gegen andere. Wenn ich dabei auch noch auf dem Podium stehe, ist es umso besser, aber darum geht es mir nicht. Wenn ich 380 Kilometer bei der „Tour du Mont Blanc“ fahre (einer der härtesten Rad-Marathons Europas), geht es darum, dass sich das schaffe und ankomme und dann sagen kann: Boah, was für eine Erfahrung!“, erklärt die hübsche, 1,72 m große Sportlerin. Bei „Team Stuttgart“ habe sie gesehen, was Profi-Radsport heißt: „Harter, harter Sport. Natürlich war ich nach den Rennen jedes Mal platt, bin ja auch gegen die Besten der Welt gefahren, darunter Marianne Vos. Ich bin froh, dass ich diese Erfahrung gemacht hab. Ich kann sagen, ich war mal dabei, ich hab's probiert, aber die Härte und Ellenbogenmentalität sind nicht mein Ding.“

Im Jahresbericht 2012 des Stuttgarter Frauen-Bundesligateams wurde unterdessen festgehalten: „Ab Mitte Mai fuhr Monika Sattler, eine Deutsche, die derzeit in den USA studiert, für das Team. Sie war bei den Deutschen Bergmeisterschaften in Albstadt beste Fahrerin des Teams und begleitet das Team auch zur Rundfahrt nach Langenlois /Österreich. Leider musste sie bereits vor den Deutschen Straßenmeisterschaften wieder in die USA zurück. Dort gewann sie nach der guten Vorbereitung in Europa, die Staatsmeisterschaften von Minnesota.“ Team-Chef Olaf Janson erinnert sich weiter: „Wir waren mit ihr auch beim Sieben-Dörferrennen in Aalborg/Niederlande, heute bekannt als Marianne-Vos-Festival. Wir haben Moni als sehr offene, wissbegierige und zielstrebige Sportlerin kennengelernt und ich habe sehr bedauert, dass sie nur so kurze Zeit für uns gefahren ist.“

 

Jobs, nach denen sich andere die Finger lecken würden

Weitere Schritte auf der Karriereleiter machte sie bei der Weltbank, bei IBM in der Schweiz und in Australien („Da hatte ich den krassesten Job, den man so haben kann“) und bei einer digitalen Marketingfirma. Und - wurde nirgends nicht glücklich. „Ich habe mehrfach versucht meinen Jobs nachzugehen, aber es ist einfach nicht mein Ding. Meine Leidenschaft, meine Energie ist den Bach hinuntergegangen.Obwohl ich auch versucht habe, fifty-fifty die Arbeit und meine Leidenschaft Radsport zu teilen. Ich habe sogar Sport studiert und wollte Coach werden, spürte dann aber, dass auch das nicht so mein Ding ist und habe aufgegeben“, sagt Sattler und philosophiert: „Vielleicht stimmt es, dass man seine Leidenschaft nicht zum Beruf machen sollte, das endet in einer unglücklichen Beziehung, weil es zu extrem wird . DEN Traumjob gibt es nicht. Ich muss IHN selbst kreieren und ihn mir selbst backen.“

Im Mai 2016 - zwischen IBM und dem Antritt bei einem neuen Arbeitgeber – reifte erneut die Idee, dem Leben erneut eine komplett neue Richtung zu geben und auszusteigen aus dem Karrierekarussell. Bei einer Auszeit mit leichtem Gepäck und Rennrad durch Frankreich und Italien: „Ich war sechs Wochen allein mit dem Rennrad in Europa unterwegs. Meine Angst, dass es mir langweilig werden könnte und ich mich einsam fühlen würde, war nach zwei Tagen vorbei. Ich konnte machen, was ich wollte. Hatte die Freiheit und keine Verantwortung, konnte machen was ich wollte. Anfangs hatte ich noch einen Plan, wohin ich gehen wollte. Nach zwei Tagen bin ich morgens einfach drauf losgefahren. Da habe ich gemerkt, DAS ist mein Leben, DAS ist das, was ich eigentlich machen möchte. Ich habe mich lebendig gefühlt! Es war fast schon kitschig-romantisch. Ich saß auf einem Berg in Italien und dachte, eigentlich sollte ich gar nicht im neuen Job anfangen, sondern gleich ein neues Leben starten.“

 

Doch noch wackelte die neue Lebensplanung:

„Ich muss ehrlich sagen, ich hatte Schiss den sicheren Job aufzugeben und einfach keinen Plan mehr zu haben. Deswegen bin ich zunächst doch zurück nach Australien, habe dort aber nach sechs Monaten gesagt: Moni, jetzt oder nie. Ich finde meinen Traumjob nicht. Wenn ich den finden will, muss ich einen Cut machen, hundert Prozent meinen Job kündigen und dann einfach sehen, wo es hingeht.“ Kein leichter Schritt für die bislang sehr gut durchorganisiert Deutsche.

RAD-Monika wäre nicht RAD-Monika, wenn sie nicht ins kalte Wasser gesprungen wäre! „Das war der Zeitpunkt in meinem Leben, wo ich zum ersten Mal nicht wusste, was der nächste Tag bringt. Ich hab die Hälfte meiner Sachen in Australien gepackt, auf die Karte geschaut und gesagt: Moni, jetzt kannst du machen, was du willst. OK, du bist jetzt arbeitslos, aber jetzt kannst du wohnen, wo du willst!“

 

Weltkarte als Entscheidungshilfe (2017)

Sie schaute auf die Weltkarte, entschied sich für Europa, genauer für das spanische Malaga, schnappte ihren Renner und ein paar Klamotten, hatte einen Leihwagen sowie ein Hotel für eine Nacht gebucht und ließ mit dem 30stündigen Flug das alte Leben hinter sich. „So hat das neue Kapitel von meinem Leben, in dem ich meinen Traum verfolgen will, angefangen. Krass wenn ich mir das jetzt vorstelle, wie ich vor einem Jahr so ignorant und unwissend in Malaga angekommen bin, ohne einen Brocken spanisch zu sprechen.“

Das war im Januar 2017. Zunächst lebte sie von ihren Rücklagen, suchte aber auch Kontakt zu vielen Menschen, die irgendetwas mit Radsport zu tun hatten. „Ich versuchte alles Mögliche. Arbeitete im Coaching, aber das hat mir nicht gefallen, dann als Distributorin einer spanischen Bekleidungsfirma. Das hab ich auch wieder aufgegeben. Ich schrieb Artikel für ein englischsprachiges Magazin. Hätte ja sein können, dass Journalismus oder Filmemachen etwas für mich wäre.“

Sie ging wieder in sich: „OK Moni, deinen Traumjob haste noch nicht gefunden, aber vielleicht sind es ja die Ultra-Distanz-Radrennen und so habe alle Veranstalter angeschrieben.“ Also stieg Monika Sattler wieder in ihren Leihwagen und von April bis September 2017 auf den Sattel – diesmal durch Italien, Slowenien, Deutschland, Schweiz, Frankreich. Sportliche Ziele: Das „Haute Route Triple“ mit insgesamt 2650 Kilometer und über 60 Tausend Höhenmeter, also drei Mal sieben Tagesrennen für Jedermänner und Hobbyfahrer, die sie als einzige Frau bislang bewältigt hat. Oder die bereits angesprochene „Tour du Mont Blanc“ etwa, zu der sich gerade erst wieder eingeladen wurde. Diesmal mit vollständiger Kostenübernahme. Der harte Marathon am 21.Juli 2018 passe wunderbar in ihre Vorbereitung auf die „Vuelta“, sagt sie.

Und philosophiert weiter: „Wenn man mal da draußen ist und plötzlich alles zur Verfügung hat, hat man KEINE Verantwortung und gleichzeitig doch ALLE Verantwortung. Dabei wird man sehr, sehr kreativ. Dann wacht man auf, zuerst hat man Angst, dass man nichts zu tun hat, dass es einem langweilig wird und man nur auf der Coach sitzt“, aber wenn es bei RAD-Monika läuft, dann läuft es.

Aber auch Malaga wurde nur eine Zwischenstation auf der Suche nach dem „Traum“. Die „Influencerin“, wie sie sich nennt, folgte dem Ruf eines auf den Balearen lebenden, kanadischen Unternehmer und lebt seit November 2017 auf Mallorca. Glücklich.

 

Mission geht über das Radfahren hinaus - Influencerin

„Ich hab wirklich alles ausprobiert, was ich wollte und hab schlussendlich gemerkt : Meine Mission geht über das Radfahren hinaus. Wenn ich so zurückschaue, war ich am Glücklichsten, wenn ich meinen eigenen Weg gegangen bin. Eine Menge Leute haben mir gesagt: Tu das nicht, man weiß nicht, was am nächsten Tag passiert. Aber ich bin überzeugt, wenn man zu sich selber steht und seinen eigenen Weg und dieses Risiko eingeht, wird man am Glücklichsten werden und spürt plötzlich eine ganz andere Lebensenergie!“

Und genau das will sie als RAD-Monika weitergeben, vor allem an Frauen. „Menschen zu inspirieren ihren eigenen Weg zu gehen und sich Herausforderungen setzen und stellen zu wollen. Man scheitert nicht, man lernt nur dazu. Dafür steht das RAD bei RAD-Monike, für „Real-Adventurous-Daring“, grob übersetzt: Das echte Abenteuer ohne Angst einzugehen.

  

Wenn es läuft, läuft es!

Inzwischen ist Sattler bei Fotoshootings gefragt, hat mit Power Bar (Deutschland), Scott (Schweiz), Gobik (Spanien) und Shimano vier Sponsoren, wird für Blogger-Texte bezahlt, arbeitet auf Mallorca bei Bedarf auch als Bike-Guide, hält vor mallorquinischen Schulklassen Vorträge zum bevorstehenden Vuelta-Projekt und unternimmt mit diesem Jungs und Mädels auch Rennrad-Ausfahrten. Firmen können sie anheuern und sie arbeitet am RAD-Monika-“Branding“ (auch als „Live-RAD“ bekannt, um Frauen Mut zur Herausfoderung machen).

 

Neue Heimat Mallorca?

In Establiments, im Nordwesten von Palma fühlt sie sich wohl Dort, wo auch Bahn-Weltmeister Albert Torres (Vize-Weltmeister Madison 2018) zu Hause ist. Mit der mallorquinischen Männergruppe „Minimax“, laut Sattler„die schnellste Radtruppe Mallorcas“, startet sie regelmäßig zu einem Ritt durch Mallorcas wunderschöne Landschaft und fühlt sich auf der Insel tatsächlich angekommen. Als sie, die sich gern schnell in andere Orte und Plätze verliebt, kürzlich von einem Rad-Event in Portugal zurückkehrte und auf dem Flughafen „Son San Joan“ eine Nase der typisch Mallorca-Frühjahrsluft erwischt, war ihr klar:„ich bin angekommen und hier werde ich wohnen bleiben. Ich dachte ja früher tatsächlich, Mallorca hätte nur deutsche und britische Touristen und überhaupt keine Einwohner“, muss die Neu-Residentin heute über sich lachen.

 

Vorbereitung-Highlight - 1100 Kilometer inklusive Besuch von Kinderkrankenhäuser – Superwoman is coming

Der Vorbereitungen für„The Vuelta Ride“ laufen auf Volldampf-Verschiedene Rad-Events stehen noch bis September an.

Zum Vorbereitungs-Highlight werden aber eindeutig die rund 1100 Privat-Kilometer mit dem Rad von Mallorca nach München werden, wo sie ihren Vater besuchen wird. (Monika Sattler hat übrigens noch zwei jüngere, aber ebenfalls „extreme“ Schwestern. Die eine ist auf Natur und Weltretten fixiert, sagt Monika, die andere fährt auf Tattoos und deren Szene ab.Ihre Mutter)

Bevor RAD-Monika am 14.Juni Mallorca verlassen wird, stattet sie einem Kinderkrankenhaus in Palma einen Besuch ab - in ihrem bereits berühmt-berüchtigten Superwoman-Trikot. Danach setzt sie von Alcudia aus per Fähre zum französischen Festland über. Nur mit Rad und einem Täschchen mit einem T-Shirt, einer Shorts sowie dem Ersatzschlauch. Fixpunkte sind Grenoble, Zürich und München. Spätestens am 23.Juni möchte sie München erreicht haben, und einige, ihr wichtige Zwischenstops einlegen. „Ich werde überall Kinderkrankenhäuser besuchen, um eine andere Seite der Herausforderung kennenzulernen“, sagt sie und wird trotz des Gedankens an die Gummibärle, die sie dort verteilen will, nachdenklich.

 

Ist-Stadium

Im Moment befindet sich RAD-Monika im Challenge-Modus und fährt gerade in Portugal die geforderten 800 Kilometer an fünf Tagen beim " Ride Across Portugal" (4.- 8. Juni) -  denn die Lauf-Rädchen drehen sich weiter und weiter. Und auch dort verlässt sie sich - konträr zum modernen Sport-Trend - auf ihr Bauch- und Körpergefühl, besitzt keinen Herzfrequenzmesser oder sonstigen Schnick Schnack. „Die Leute verlassen sich da so auf die Dinge, dass sie selber nicht mehr wissen, was sie eigentlich selbst können“, ist sie sich sicher und fiebert dem Vuelta-Abenteuer entgegen.

„Es geht nicht um mich, ich muss mir nichts mehr beweisen, ich fuhr die Haute Route 2017 (unter 21 Teilnehmern die einzige Frau) und andere Geschichten. Die Vuelta fahre ich, weil ich eine weitere Herausforderung gesucht habe, die jeder kennt und die groß genug ist, dass jeder sagt: „Krass Moni, das ist schon heftig“. Ich will Menschen dazu inspirieren, ihre eigene Herausforderung zu suchen und diese auch trotz aller Zweifel in Angriff zu nehmen. Seht her: Ich bin hier und bin kein Profi und fahr als Normalsterblicher genau die gleiche Strecke wie die Profis, die Besten der Welt. Alles ist möglich, das will ich zeigen und besonders Frauen motivieren, die eher zögern große Herausforderungen anzunehmen.“

Unterstützung bekam Monika Sattler bereits von einigen radsport-technisch ähnlich motivierten Fahrerinnen, auch aus den Niederlanden. Noch ist RAD-Monika noch nicht sicher, ob ihr Traum vom Schneeballsystem von Malaga bis Madrid klappen wird. Klar ist aber: Sie kann sich nicht um ihre Mitstreiter/innen kümmern und fährt ihren persönlichen Rhythmus. Mitstreiter müssen sich dem Tempo anpassen. Diejenigen, die sie (egal über fünf Kilometer oder über die 21 Etappen) begleiten wollen, erhalten auch kein Geld, sondern finanzieren es aus eigener Tasche.

RAD-Monika ist noch ein ziemlich großes Stück von ihren anversierten 20.000 Euro per Crowdfunding entfernt. Wer sie unterstützen möchte, findet hier den Link:

Crowdfunding: https://www.indiegogo.com/projects/setting-a-new-record-first-woman-riding-la-vuelta-sports-women#/

 

Auch wenn  das Crowfunding in die Hose gehen sollte, wird Monika Sattler ihr Projekt nicht aufgeben: „Angenommen, ich bekomme die 20.000 Euro nicht per Crowdfunding zusammen, dann mach ich es alleine mit Freunden, die mir hinterher fahren. Und wenn ich zu langsam für die Profis bin und sie mich einholen, warte ich am Straßenrand, lass sie vorbeifahren und ich fahr hinterher.“

 

"The Vuelta Ride" verfolgen

Verfolgen kann man dann das Abenteuer„The Vuelta Ride“ auf Instagram und Faceook und wird dort eine verschwitzte, abgekämpfte Radsportlerin zu sehen bekommen. Stylisch aufgebrezelte, ihre „Boobs geschickt präsentierende“ Models auf dem Renner, sind RAD-Monika nämlich ein Dorn im Auge. https://www.radmonika.com und https://www.thevueltaride.com.

 

Nächste Zukunft NACH „The Vuelta Ride“

Und wenn sie als erste Frau tatsächlich Vuelta-Geschichte geschrieben haben sollte, welche Herausforderung, welche „Challenge“ (wie sie es gerne nennt), kommt nach dem „spanischen Höllenritt“, will ich von RAD-Moni am Ende des Interviews wissen? „Die Challenge auf dem Renner geht natürlich weiter und gleichzeit mein „Live RAD“-Branding vorantreiben“, kommt wie aus der Pistole geschossen. „Und passt da ein Mann ins Leben?“, frage ich, „Vielleicht“, sagt sie. „Und Kinder?“ - „Auf keinen Fall,“ meint sie, „dafür fehle ihr der Instinkt.“

 

Wer sich für RAD-Monika, Live-RAD und „The Vuelta-Ride“ interessiert, trifft Monika Sattler am Montag, 8.Juli 2018 auf der Eurobike in Friedrichshafen.

 

 

Zu guter Letzt:

Monika Sattler unterteilt die Ultra-Radsportszene übrigens in zwei Kategorien: In die, die soweit und schnell wie möglich ohne Schlaf an ihr Ziel kommen, wie bei „Race across Amerika“ (RAA) , bei dem sich die Protagonisten über die Renntage und – nächte hinweg höchstens mal „Powernapping“ (Mikrokurzschlaf) gönnen, und dann in solche Ultra-Rennen, bei denen Sportler wie sie einfach „challengen“, aber nachts in den wohlverdienten Schlaf fallen dürfen. „Von Ersterem halte ich nichts. Da geht es für mich nicht mehr ums Radfahren, sondern darum, wie wenig du schlafen kannst, um durchzuhalten. Das geht dann langfristig gesundheitlich nicht mehr gut. Das ist meine Meinung.Ich würde das Ding ja auch niemals gewinnen, weil ich nachts schlafen will.“

 

Die bisherigen Lebens-Orte von Monika Sattler

1985-1994 Jahre Darmstadt

1994-1997 München

1997-2000 Sachsen Anhalt

2000- 2015 München

2005-2014 South Carolina, Rhose Island, Washington DC und Minnesota

2014 Zürich, Schweiz

2015-2016 Melbourne, Australien

2017-2018 Spanien mit Malaga, Girona und seit November 2017 in Mallorca

Immer "on" - auch nach dem gemeinsamen Interview im Mai 2018 auf Mallorca mit Martina Zieglwalner (Schwarzwälder Bote) und uhu vom WRSV.

 

Text:uhu

Fotos:über Monika Sattler

 

 

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