Bei einer kleinen Feierstunde in der Volksbank Hohenzollern-Balingen ließ Ulrich Bock, Vorsitzender des Radsportbezirks Schwarzwald-Zollern und treibende Kraft an allen Ecken und Enden des hieisgen Radsports, am Dienstagabend die Geschichte des „Volksbanken - und Raiffeisenbanken-Cup“, kurz V-R-Cup, in einer interessanten Beamer-Show Revue passieren. 25 Jahre feinster Amateurradsport aus dem Schwäbischen komprimiert in einer spannenden und mit Anekdoten gespickten Dokumentation.

 

So liefert der „Volksbanken - und Raiffeisenbanken-Cup“ (V-R-Cup) im Zollern-Albkreis Stoff für „Nachhaltigkeit“. Während andere Traditionsrennen wegen Durchführungsschwierigkeiten mangels "Man-Power" und wegen steigender Sicherheitsauflagen und Kosten aufgeben müssen (wie zuletzt der Pfingstsonntagklassiker um den VOLVO-Preis in VS-Schwenningen), halten die kleinen Vereine auf oder am Rande der Alb dem V-R-Cup beeindruckend die Stange.

Statistik mit AHA-Effekt beim einzigen lubenreinen Amateur-Etappenrennen in Deutschland

V-R-König unter den Vereinen ist nach einer, von Ulrich Bock liebevoll zusammengestellten Statistik, der RV Falke Erlaheim, der ununterbrochen seit 1995 mitwirkt. Fast genauso lange stehen die beiden Vereine RV Trillfingen, dessen Etappe bei den Sprintern beliebt ist, und RV Ostdorf („Kletteroase“ für die Spezialisten im hügeligen Terrain) Gewehr bei Fuß. Auf das beständige Trio folgen in der Rangliste Winterlingen, Bitz, Onstmettingen, Benzingen, Balingen, Meßstetten, Stetten am kalten Markt und Bittelbronn.

Die meisten Sonnenrennen lieferte in 25 Jahren unangefochten Trillfingen - "Sonnengarantie bei 22 von 24 Eröffnungsrennen" warf Ulrich Bock dann auch kurzerhand per Beamer an die Wand.

Den ersten Presse-Vorab-Text verschickte „Macher“ Bock am 23.Mai 1995. „Der V-R-Cup wurde als Nachfolger der "Zollern-Eyach-Rundfahrt" und der legendären "FIAT-Württemberg-Rundfahrt" ins Leben gerufen und ist heute das einzige lupenreine Amateuretappenrennen in Deutschland“, macht der Leiter der Landessportschule Albstadt klar.

„Ganz bewusst haben die Organisatoren dieses Format für Amateure geschaffen, um genau diesen Fahrern unter ihresgleichen das „Feeling“ einer Etappenfahrt mit durchlaufender Zeitwertung zu geben“, verriet Bock bereits zuvor.

Zunächst drei Renntage - es waren aber schon mal sechs – heute vier

Heimat der ersten drei Abend-Etappen, vom Dienstag 11. bis Donnerstag 13.Juli 1995, sind Ostdorf, Erlaheim und die RSG Zollernalb. Protagonisten waren die „Herren“, die Junioren und die Senioren des Bezirks Schwarzwald-Zollern mit einem Einzugsgebiet von Freudenstadt über Villingen-Schwenningen, Tuttlingen, Sigmaringen, Albstadt und Hechingen. Von der ersten Stunde an wurden auch Anfängerrennen gestartet, als „aktive Nachwuchsförderung“. Später kamen Jugendrennen und Frauenwertungen dazu. Von den 40 Teilnehmern vor einem Vierteljahrhundert wuchs das Feld der Sportler/innen inzwischen auf bis zu 170 an.

Mit Andy Mayr (Team Stauferland), Steffen Greger (Adler Empfingen) und Christopher Schmieg (RV Neuhausen) gewannen in den vergangenen 25 Jahren insgesamt drei Fahrer alle Etappen einer Ausgabe und konnten zudem deren Gesamtwertung bejubeln. „Zwei Rennfahrer gelang es die Gesamtwertung zweimal zu holen, das war Schmieg und Valentin Holz vom RSV Stuttgart-Vaihingen“, macht Bock seine sportliche Bilanz perfekt. Den Status eines blütenreinen Amateurrennens verlor man nie. Wenngleich Ulrich Bock stolz mit großen Namen wie Leif Lampater (Sechstage-Sieger/Deutscher Meister/Weltcupsieger), Ralf Matzka (Profi bei BORA-hansgrohe/Deutscher Meister) und Sven Kraus (Profi bei Gerolsteiner/Giro-Teilnahme/WRSV-Vizepräsident Olympische Sportarten) jongliert. Der V-R-Cup ist eben mitunter auch regionale Bühne für ehemalige Profis und manchmal Plattform für Talente, die erst noch auf dem Weg nach oben sind. War der V-R-Cup zu Beginn rein regional, reist inzwischen die bundesweite Seniorenspitze gern in den Süden. Hier zieren bereits Düsseldorfer, Hamburger und die Nachbarn aus Landau die Siegerlisten.

Von anfänglich drei Etappen wuchs der V-R-Cup kurzzeitig (1998-2000) zu einem sechs Etappen-Rennen heran. Nach den internationalen Dopingskandalen von 2006/2007 mit deutscher Beteiligung stürzte der V-R-Cup zwar nicht in eine komplette Krise, dennoch waren die Auswirkungen auch hier im Schwarzwald-Zollern-Bezirk spürbar. „Und sind es zum Teil bis heute“, mahnt Ulrich Bock. Nicht negativ beeindrucken ließen und lassen sich die Sponsoren des V-R-Cup. „Wir sind weiterhin gerne als Sponsor bei dieser Veranstaltung dabei, deren sportlicher Wert in Deutschland einmalig ist. Wir können stolz auf diesen Wettbewerb sein, mit dem wir Marketing für die Region betreiben“, verdeutlicht dann auch Willy Braun, Vorsitzender der Bezirksvereinigung der Volks- und Raiffeisenbanken.

 

Dank und keine Feier ohne Ehrung

Da der V-R-Cup nichts ohne die hervorragenden Zusammenarbeit der Vereine wäre, ging der Dank für das stetige Engagement an die anwesenden Vereinsvertreter. Eine kleine, beeindruckend eingeschworene, feine Gemeinschaft.

Für ihre Mitarbeit in der Geschichte des V-R-Cup erhielten Ewald Baiker (als Kreisvorsitzender/RV Empfingen) und Harry Mootz (als Bezirksvorsitzender/RSV Tailfingen) die BDR-Verdienstnadel. Hans-Ulrich Schmedtlevin (als Kreisfachwart RSG Zollern-Alb) nahm die BDR-Ehrennadel in Silber entgegen.

V-R-Mit-Initiator und -Gründungsvater, Josef Reich vom Radfahrvereins „Adler“ Empfingen (unter anderem rührig als Fachverbandsverteter Radsport im Sportkreis Freudenstadt, Rennsportleiter und Kampfrichter, Kampfrichterobmann Bezirk Schwarzwald), erhielt aus den Händen von Alfred Schweizer, Präsident des Sportkreises Freudenstadt, die Ehrennadel des Württembergischen Landesportbundes(WLSB) in Gold.

Foto oben von links: Willy Braun, Hans-U.Schmedtlevin, Ulrich Bock, Alfred Schweizer, Josef Reich, Ewald Baiker, Harry Mootz,und ganz rechts Arndt Ständer (Die Herren Braun und Ständer sind Vorstände der Bezirksvereinigung der Volks- und Raiffeisenbanken im Zollernalbkreis)

Foto oben: Die Umtriebigen rund um 25 Jahre V-R-Cup - besser gesagt: Ein Teil davon!

 

Schade - mangels Meldung keine Seniorinnen-Premiere

Die Jubiläumsausgabe des V-R-Cup startet in zwei Wochen (19.-22.Juni 2019) mit der Auftakt-Etappe in Trillfingen, gefolgt von den Etappen in Ostdorf, Erlaheim und Onstmettingen. Das Amateur/Elite-Etappenrennen wird erneut durch Senioren 2,3- und Senioren4/Frauenrennen, sowie Schnupperrennen abgerundet.

Ein kleiner Wehrmutstropfen gibt es dann doch noch: Eigentlich war vorgesehen, im Rennen der Frauen erstmalig eine Extra-Wertung für Seniorinnen ab 50 auszuloben – mit eigenem Leadertrikot und Preisen. Doch mangels Meldungen wird es hier nicht zur deutschlandweiten Premiere kommen.

 

Zitate zum Jubiläum auf WRSV-Facebook:

Andreas Mayr: „15 Jahre her - jede Zieleinfahrt der damals noch fünf Etappen aber genau vor Augen. Tolle Veranstaltung, tolle Menschen.“

Achim Spahlinger: „Klasse Ulrich Bock mit Team. Danke den Sponsoren...damit habt Ihr uns Radsportlern sehr viel gegeben...die ganzen Serien...und auch die Zollern-Eyach-Rundfahrt war sensationell.“

Wolfgang Waldhoff: „Uli Bock eben strategischer Idealist für den Radsport. Danke Uli. Danke für die stets gute Zusammenarbeit der Etappenvereine mit Landkreis und Kommune.“

 

Ein neues Kapitel in der V-R-Cup-Geschichte wird geschrieben.

 

Text/Fotos:uhu

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