Elisabeth Brandau und Marcel Meisen sind die Favoriten der 66. Deutschen Meisterschaften im Cyclo-Cross, die am kommenden Wochenende, 11. und 12. Januar, in Albstadt organisiert werden. Die beiden Titelverteidiger selbst rechnen am Samstag und Sonntag aber mit hartnäckiger Konkurrenz.

 

Elisabeth Brandau war sich nach den beiden Weltcup-Rennen in Namur und Zolder (beide Belgien) Ende Dezember ziemlich unsicher über ihre eigene Verfassung. Nach ihrem fünften Rang beim internationalen Rennen in Meilen (Schweiz) war sie am 2. Januar deshalb etwas erleichtert. Auch wenn der Wettkampf nicht reibungslos verlief, „das Gefühl war viel besser“ als zuletzt.

 

Wenn die amtierende Cyclo-Cross und Cross-Country-Meisterin gesund ist und in Normalform, dann dürfte am Samstag unter normalen Umständen am Albstadion der Weg zum Titel nur über sie führen. Brandau rechnet indes durchaus mit Konkurrenz.

 

Die Deutsche Marathon-Meisterin Janine Schneider (Lottstetten) hat sich im Cyclo-Cross diesen Winter immer weiter verbessert. Ob das reicht gegen die Spezialistinnen wie die Hannoveraner Vorjahres-Dritten Stefanie Paul oder Lisa Heckmann vom VC Darmstadt dagegen zu halten, wird sich zeigen. Im Vorjahr war Schneider immerhin schon Fünfte.

Ich bin bisher zufrieden mit meiner ersten richtigen Cross-Saison, bin aber sicherlich eine Anfängerin“, erklärt Schneider. „Ich hatte noch etwas mit einem Virus zu schaffen und zwischenzeitlich noch meine Arbeitsstelle gewechselt. Keine Ahnung, was ich erreichen kann, ich starte einfach zum Spass haben“, hält Schneider die Physiotherapeutin den Ball flach.

Stefanie Paul gewann vor 14 Monaten in Albstadt auf der DM-Strecke das damalige Rennen zum Deutschland-Cup (jetzt Cross-Bundesliga) und hat in dieser Saison ihren Gesamtsieg in der nationalen Serie wiederholt.

 

Elisabeth Brandau macht noch auf eine weitere, etatmäßige Mountainbikerin aufmerksam: Kim Anika Ames (Hirzweiler) wurde Saarland-Meisterin und schlug in dem Rennen auch Lisa Heckmann. Zuletzt belegte sie bei einem Rennen in Luxemburg Rang zwei, wieder vor der DM-Vierten des Vorjahres.

Eine Deutsche (Meisterschaft) hat immer eigene Gesetze. Ich gebe mein Bestes und hoffe, dass der Kurs nicht hunderttausend Kurven hat. Dann werde ich das schon hinkriegen“, meint Brandau.

 

Herren: Alles spricht für ein Duell

Meisterschaften haben ihre eigenen Gesetze. Dieser Satz fiel mit seinem kleinen Körnchen Wahrheit natürlich auch bei den Herren.

 

Nimmt man die internationalen Ergebnisse als Maßstab, dann ist der aktuelle Weltranglisten-Zwölfte Marcel Meisen die klare Nummer eins. Mal abgesehen davon, dass er in den vergangenen drei Jahren auf den Titel abonniert war.

Vier Saisonsiege und zwei Top-Ten-Ergebnisse hat der WM-Achte des Vorjahres in seiner Bilanz stehen.

Ich denke, die Form ist okay“, sagte Marcel Meisen nach seinem Sieg in Meilen und wirbt um Zuschauer: „Sascha ist sicher auch nicht schlecht drauf. Das wird ein schönes Duell, denke ich. Die Leute können gucken kommen.“

Sascha, das ist der vierfache Vize-Meister im Cyclo-Cross und heißt Weber mit Nachname. Der in Freiburg lebende Mann aus St. Wendel und der Titelverteidiger sind seit Jugendzeiten miteinander befreundet, aber auch Rivalen.

Zwischen uns beiden wird es wohl entschieden“, glaubt Marcel Meisen. „Es haben noch nicht viele bewiesen, dass sie mit uns mithalten können.“

 

Genauer gesagt: keiner. Auch Vorjahres-Vizemeister Manuel Müller vom RSV Whyl hat sich in diesem Winter noch nicht so stark präsentiert, dass man ihm zutrauen würde, das Duo zu sprengen. Im Vorjahr konnte er Weber im Kampf um Silber schlagen, nachdem der Saarländer vorher an einer Krankheit laboriert hatte.

Sascha Weber wiederum sagt: „Es zählt der Titel oder nichts.“ Für ihn nach vier Silbermedaillen sowieso. Aber auch weil nur der Titelgewinner übers Jahr durch das Meisterjersey erkennbar ist.

Also wird er auf ein Neues versuchen Marcel Meisen das Trikot abzuluchsen. Der Stolberger kennt seinen Rivalen natürlich sehr genau und weiß, „was nicht passieren darf.“

Sascha Weber ist inzwischen vom Cyclo-Cross- zum MTB-Spezialisten mutiert. 2019 holte er sich im Marathon das Meistertrikot und sein Fokus liegt jetzt auf der Disziplin mit den breiten Reifen. Das wiederum könnte ihn auch entsprechend locker machen.

 

Und außer dem Trio? Bundesliga-Gesamtsieger Paul Lindenau (Hamburg) wäre einer, der eine Schwäche der Favoriten nutzen könnte. Auch der Münchner Max Holz hat in dieser Saison schon gute Leistungen gezeigt und war Sieger des Rennens in Albstadt vor einem Jahr.

 

13 Meister-Titel an zwei Tagen

 

Von der U15 bis zu den vier Masters-Kategorien summieren sich an zwei Tagen insgesamt 13 verschiedene Kategorien mit rund 500 Startern, die sich am Albstadion auf dem 2,6 Kilometer langen Rundkurs tummeln werden, der sehr zuschauerfreundlich angelegt ist.

Neunmal werden am Samstag die begehrten Meisterjerseys überreicht, am Sonntag wird die Nationalhymne noch viermal gespielt.

 

Das Wettkampf-Programm:

 

Samstag, 11. Januar 2020

10:00 Uhr Jugend weiblich U17 (30 Minuten)

10:02 Uhr Schülerinnen U15 (20 Minuten)

11:10 Uhr Schüler U15 (20 Minuten)

12:15 Uhr Masters 3 (40 Minuten)

12:15 Uhr Masters 4 (40 Minuten)

13:45 Uhr Jugend männlich U17 (30 Minuten)

15:00 Uhr Frauen Elite (50 Minuten)

15:00 Uhr Frauen U23 (40 Minuten)

15:00 Uhr Juniorinnen U19 (35 Minuten)

 

Sonntag, 12. Januar 2020

09:00 Uhr Jedermann m|w ab Jahrgang 2002 (30 Minuten)

10:00 Uhr Junioren U19 (40 Minuten)

11:20 Uhr Männer U23 (50 Minuten)

13:10 Uhr Masters 2 (40 Minuten)

15:00 Uhr Männer Elite (60 Minuten)

 

Weitere Informationen zur Deutschen Meisterschaft Cyclo-Cross finden Sie unter www.albstadt-crossrace.de

 

PM: Orga Cross-DM Albstadt/ Erhard Goller

Fotos: Armin Küstenbrück  (mit Lisa Heckmann und Marcel Meisen)

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